Auswirkungen von SARS-CoV-2 / COVID-19 (Coronavirus) auf den eSport in Deutschland (Update vom 18.03.20)

ESBD-Präsidium – Stand: Donnerstag, 18. März 2020 – 20 Uhr


Update-Verlauf:

Originalartikel vom 12. März 2020, ca. 22 Uhr.

Update vom 13. März 2020, 17 Uhr: Aktualisierung der Hinweise zu eSport-Events; Einfügung einer Grafik der Bundesregierung.

Update vom 18. März 2020: Überarbeitung der Empfehlungen für Events und Veranstaltungen, Aktualisierung der Reisehinweise, Aktualisierung zum Umgang in Teams und Vereinen, Aktualisierung der Hinweise für eSport-Fans, Hinweise auf wirtschaftliche Hilfspakete, Ergänzung mehrsprachiger Informationen.


Der ESBD betrachtet mit Sorge die aktuellen Entwicklungen um das sogenannte „Coronavirus“, also die Sars-CoV-2-Pandemie. Als hochinternationale Sportbewegung bringen wir an vielen Stellen friedlich hunderte und tausende Menschen zusammen, um die Leistungen von Athlet/innen aus aller Welt im eSport zu feiern. Durch dieses Kernelement entsteht eine Verpflichtung für uns alle, verantwortungsvoll miteinander umzugehen und unseren gesellschaftlichen Beitrag zur Eindämmung der Infektionen beizutragen. Wir stehen in der besonderen Pflicht, gesellschaftliche Risikogruppen durch unser kollektives Handeln zu schützen, auch wenn damit starke Einschränkungen in unserem Tätigkeitsbereich verbunden sind.

Der ESBD betrachtet mit Sorge die aktuellen Entwicklungen um das sogenannte „Coronavirus“, also die Sars-CoV-2-Pandemie. Als hochinternationale Sportbewegung bringen wir an vielen Stellen friedlich hunderte und tausende Menschen zusammen, um die Leistungen von Athlet/innen aus aller Welt im eSport zu feiern. Durch dieses Kernelement entsteht eine Verpflichtung für uns alle, verantwortungsvoll miteinander umzugehen und unseren gesellschaftlichen Beitrag zur Eindämmung der Infektionen beizutragen. Wir stehen in der besonderen Pflicht, gesellschaftliche Risikogruppen durch unser kollektives Handeln zu schützen, auch wenn damit starke Einschränkungen in unserem Tätigkeitsbereich verbunden sind.

Gleichzeitig ist durch die starke Online-Integration des Spielbetriebs und den Möglichkeiten von digitaler Kommunikation im eSport die Fortführung von Ligen, Turnieren und regelmäßigem Training im Online-Bereich bisher mit wenigen Einschränkungen möglich; zusammen mit Streaming-Technologien können so Spieler/innen, Teams und Fans weiterhin an einer aktiven eSport-Szene teilhaben. Die gemeinsame Entwicklung von weiteren Angeboten und Formaten im digitalen Bereich stärkt jetzt unmittelbar die kulturelle Teilhabe der Spieler/innen. eSport ist die Chance, auch in einer isolierenden Situation die Gesellschaft zusammenzubringen und menschliche Nähe über unsere digitalen Kanäle zu vermitteln.

Zeitraum, Aktualisierungen und Kontakt

Wir raten dazu, alle Maßnahmen im Rahmen aktueller zeitlicher Empfehlungen durch die zuständigen Behörden in Bund, Ländern und Kommunen umzusetzen (aktuell zumeist: bis Mitte April 2020). Dieser Maßnahmenzeitraum kann sich durch Aktualisierung dieses Artikels im fortschreitenden Verlauf verändern.

Informationen unter der Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen werden hier regelmäßig aktualisiert und mit dem jeweiligen Bearbeitungsdatum gekennzeichnet. Aktuellen Einschätzungen nach wird sich die Situation weiterhin verschärfen, weshalb erhöhte Sensibilisierung und regelmäßige Informierung geboten ist. Bitte prüfen Sie regelmäßig diese Seite, um auf dem neusten Stand zu bleiben. 

Bei konkreten Nachfragen und Bitten um Ergänzungen wenden Sie sich bitte an gesundheit@esportbund.de. Bitte beachten Sie, dass wir keine medizinische Beratung leisten können oder Verdachtsfälle aufnehmen. Wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt oder telefonisch an den ärztlichen Bereitschaftdienst unter 116117, wenn Sie die Sorge haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Weitere Beratungsnummern finden Sie hier:  

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html#c17571

Prävention im ESBD – Verbandliche Maßnahmen

Als Verband werden wir alle eigenen Veranstaltungen im Maßnahmenzeitraum nicht umsetzen. Dazu gehören neben dem GERMAN ESPORTS SUMMIT 2020 auch die geplanten Kurse der Trainerausbildung in der ESBD-Akademie sowie interne Konferenzen und Abteilungssitzungen. 

Alle Gliederungen und Projekte des ESBD beschränken sich auf Telefon- und Videokonferenzen. Anfragen an den ESBD werden weiterhin beantwortet, die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen hat aber Priorität. Dafür bitten wir um Verständnis.

Allen ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen des ESBD ist freigestellt, ihr Engagement an ihre individuellen persönlichen und beruflichen Lagen anzupassen. Das ESBD-Präsidium versteht die Priorisierungen, die für jeden Einzelnen nun notwendig sind und dankt allen Ehrenamtlern für die Leistung, die sie in den ESBD einbringen.

eSport-Events und Offline-Spielbetrieb: Ligen, Turniere und LANs

Schon heute hat der verantwortungsvolle Umgang mit den Infektionsgefahren durch das Corona-virus zur Absage größerer eSport-Turniere und Liga-Events geführt. Vielerorts wird der Spielbetrieb nur reduziert umgesetzt. 

Den behördlichen Vorgaben in den Bundesländern folgend sind Veranstaltungen unabhängig von ihrer Teilnehmerzahl zu verschieben oder abzusagen. Turniere und Ligen sollten auf  eine reine Online-Teilnahme durch Teams reduziert werden, wenn sie nicht abgesagt werden.Grundsätzlich sind bei allen stattfindenden Veranstaltungen den Anweisungen und Empfehlungen der Gesundheitsbehörden zu folgen. 

Teilnahme an eSport-Veranstaltungen im Ausland / Flugreisen

Der ESBD rät eSport-Teams dringend von einer Teilnahme an im Ausland ausgetragenen Turnieren und Ligen mit Spieler/innen und begleitendem Personal ab. Das gleiche gilt für den Besuch reisender eSport-Fans. Eine Übersicht zu aktuellen Reiseeinschränkungen findet sich hier: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

Derzeit gilt für Deutschland zunächst bis zum 16.04.2020 ein Einreisestopp aus allen Nicht-EU-Staaten. Auch der Grenzverkehr innerhalb der EU ist nur noch in eingeschränktem Maße möglich. Wir raten deswegen dazu, alle Reisen, auch innerhalb Deutschlands, wenn eben möglich zu vermeiden. Ankommende Reisende müssen zur eventuellen nachträglichen Identifikation zusätzliche Daten bei der Einreise angeben.

Umgang in Teams und Hinweise für Spieler/innen

Der ESBD empfiehlt den Verantwortungsträger/innen der Organisationen, alle Mitarbeiter/innen und Spieler/innen über den Verlauf der Pandemie ruhig und sachlich aufzuklären und Schutzmaßnahmen regelmäßig zu erläutern. Wir empfehlen dazu aufklärende Gespräche mit der gesamten Belegschaft mind. zwei Mal in der Woche, je nach Pandemie-Verlauf auch häufiger. Das gilt insbesondere dann, wenn Deutsch nicht die Muttersprache der Beschäftigten und Spieler/innen ist. Die Integrationsbeauftragte des Bundes hat Informationen zu Corona in verschiedenen Sprachen veröffentlicht:

https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/amt-und-person/informationen-zum-coronavirus

Bei minderjährigen Spieler/innen sind enge Abstimmungen mit den Erziehungsberechtigten zum Schutz der betreffenden Personen zu treffen. Besondere Verantwortung ist für diejenigen Spieler zu übernehmen, die aus dem Ausland kommen und z.B. aufgrund aktueller Reiseeinschränkungen nicht in ihr Heimatland zurückkehren können. Für sie sollte auch emotionale Verantwortung übernommen werden und sie in der Kontaktaufnahme mit ihren Familien unterstützt werden.

Training in den Teams sollte dezentral und online organisiert werden. Ausnahmen bieten Teamhäuser, wenn sie gleichzeitig den Lebensmittelpunkt und Wohnort der Spieler/innen darstellen.

Für Teams, die ihre Spieler/innen aus einem der Risikogebiete zurückerwarten, empfiehlt der ESBD eine häusliche Isolation für zwei Wochen; auch ohne Symptome könnten Menschen den Virus übertragen, deswegen sehen wir diese Maßnahme als geboten an. 

Spieler/innen sollten allgemeine Schutzmaßnahmen umsetzen und darauf achten, dass gemeinschaftliche genutzte Hardware vor Nutzung durch geeignete Desinfektionsmittel gesäubert wird. 

Umgang in Vereinen und Breitensporteinrichtungen

Der ESBD bittet Vereine mit eigenen Räumlichkeiten, ihren Betrieb gemäß der Vorgaben der jeweiligen Landesregierung einzustellen und bei geplanten Offline-Veranstaltungen, z.B. Turniere, Tagungen und Mitgliederversammlungen, auf digitale Kommunikation und Online-Spielbetrieb auszuweichen. Den Anweisungen und Empfehlungen der zuständigen Gesundheitsbehörden ist Folge zu leisten und es wird empfohlen, dort ergänzende Informationen einzuholen.

Vereine sollten ihre Multiplikatoren-Funktion nutzen und ihre Mitglieder über geeignete Maßnahmen zum Eigenschutz und dem Schutz ihres persönlichen Umfeldes informieren. Menschen in Isolation können durch digitale Angebote des Vereins gezielt angesprochen und ihnen dadurch die Möglichkeit zur Teilhabe an der Gesellschaft geboten werden.

Hinweise für Arbeitgeber im eSport

Der ESBD empfiehlt, den Mitarbeiter/innen eines Betriebes die Möglichkeit zu eröffnen, im Home-Office ihren Aufgaben nachzukommen und sich vermehrt auf Video- sowie Telefonkonferenzen zu orientieren.

Bei Erkrankungsfällen aller Art empfiehlt der Kassenärztliche Bundesverband (KBV) allen Arbeitgebern, die bescheinigungsfreie Krankschreibung aller Arbeitgeber mindestens für sechs Tage zu erlauben, um die Arztpraxen zu entlasten und damit mehr Raum für wichtige Fälle zu schaffen. Bis zum 10. April können sich Arbeitnehmer mit leichten Atemwegserkrankungen außerdem telefonisch krankschreiben lassen, darauf haben sich KBV und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen geeinigt.

Weitere Informationen der Bundesvereinigung für deutsche Arbeitgeberverbände der arbeitsrechtlichen Folgen eines Pandemie-Falls sind hier zu finden: 

https://www.arbeitgeber.de/www/arbeitgeber.nsf/res/Arbeitsrechtliche-Folgen-einer-Pandemie.pdf/$file/Arbeitsrechtliche-Folgen-einer-Pandemie.pdf

Konferenzen, Tagungen, Messen und Seminare

Neben den Einschränkungen im eSport-Spielbetrieb verzeichnen wir auch eine umfangreiche Absage von Konferenz- und Messeformaten – unabhängig vom eSport-Bezug. Wir empfehlen aktuell, nur an Online-Tagungen und Seminaren teilzunehmen.Eine Übersicht zu den abgesagten nationalen und internationalen Konferenzen hat gameswirtschaft.de zur Verfügung gestellt und aktualisiert den Artikel in regelmäßigen Abständen.

Hinweise für eSport-Fans

Um die weitere Verbreitung des Virus eindämmen zu können, bitten wir dringend darum, wenn möglich zu Hause zu bleiben und den Aufenthalt im Freien auf den notwendigsten Bedarf zu begrenzen. Bittet beachtet hierzu die Vorgaben der jeweiligen Landesregierungen. 

Für viele Fans sind Ausfälle von Offline-Turnieren und eSport-Veranstaltungen verständlicherweise enttäuschend. Diese tiefe Enttäuschung trifft gleichzeitig viele der Mitarbeitenden und Gestalter/innen im eSport, deren Herzblut in den Veranstaltungen steckt. Wir bitten alle eSport-Fans um Verständnis für diese außergewöhnliche Situation und appellieren an die Solidarität der Community mit den vielen Beschäftigten im eSport-Sektor, die für die Spieler/innen und Fans arbeiten.  Getroffene Maßnahmen, Verschiebungen und Absagen dienen eurem Schutz und dem Schutz eurer Familie und Freunde. 

Gemeinsam können wir auf Streaming-Portalen und in sozialen Medien als Community positive Botschaften senden, in den nächsten Wochen gilt es zusammenhalten und gerade im Online-Bereich eSport und seine Macher/innen zu feiern. #unitedbyesports

Wirtschaftliche Unterstützung im Krisenfall

Die Auswirkungen der Corona-Infektionen, die getroffenen Maßnahmen zur Eingrenzung der Ausbreitung sowie die deutsche und internationale Wirtschaftslage habenspürbare Auswirkungen auf Unternehmen und selbstständige Arbeit im eSport und den damit verbundenen Branchen, z.B. Veranstaltungstechnik oder Kreativdienstleistungen.

Die Bundesregierung hat umfangreiche Hilfsmaßnahmen angekündigt. Wir empfehlen Unternehmen und Betrieben im eSport, die Maßnahmen im Bund, aber auch der entsprechenden Länder zu nutzen.

Die Maßnahmen der Bundesregierung sind vor allem darauf ausgerichtet, die kurzfristige Liquidität der deutschen Wirtschaft zu sichern. Viele Bundesländer haben darüber hinaus eigene Maßnahmen angekündigt, die weitere Bereiche abdecken und die regionale Wirtschaft schützen sollen.Der ESBD fordert die Bundesregierung und die Länder auf, weitere Maßnahmen zielgerichtet und schnell auf den Weg zu bringen, die auch in den Fällen wirken, in denen die angekündigten Maßnahmen keine Hilfe darstellen.


Weitere Informationen

Bundesministerium für Gesundheit: Tagesaktuelle Informationen

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

Robert-Koch-Institut: FAQ

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

Mehrsprachige Hinweise der Integrationsbeauftragten:

https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/amt-und-person/informationen-zum-coronavirus

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

World Health Organization (WHO) – Englisch:

https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019

Auswärtiges Amt: Informationen für Reisende

https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762

Bundesministerium des Inneren: FAQ zum Bevölkerungsschutz

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/faqs/DE/themen/bevoelkerungsschutz/coronavirus/coronavirus-faqs.html

Deutscher Olympischer Sportbund: Aktuelle Informationen (06.03.20)

https://www.dosb.de/sonderseiten/news/news-detail/news/aktuelles-update-zur-coronavirus-epidemie-2/

Bundesministerium für Finanzen: Milliarden-Schutzschild für Deutschland

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Oeffentliche_Finanzen/2020-03-13-Schutzschild-Beschaeftigte-Unternehmen.html

Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Arbeitsrechtliche Auswirkungen

https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/corona-virus-arbeitsrechtliche-auswirkungen.html

Deutscher Gewerkschaftsbund: Informationen für Arbeitnehmer

https://www.dgb.de/themen/++co++fdb5ec24-5946-11ea-8e68-52540088cada

Deutscher Industrie- und Handelskammertag: Informationen für Arbeitgeber

https://www.dihk.de/de/aktuelles-und-presse/coronavirus/faq-18998


Ansprache der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel vom 18.03.2020.