DFB-Präsident sieht eSport nicht als Sport – ESBD: Sport steht vor einem Umbruchsprozess

Artikel der Süddeutschen Zeitung – DFB-Präsident Grindel: “eSports ist für mich kein Sport”

Während im polnischen Katowice gerade mit über hunderttausend Besuchern eine der weltgrößten eSport-Veranstaltungen stattfindet, hört man aus dem Deutschen Fußball-Bund leider eher missliche Töne. Da wird im Kontext von eSport durch DFB-Präsident Reinhard Grindel von “absolute[r] Verarmung” gesprochen, berichtet der SID.

Dem stellt sich der ESBD entschieden entgegen: “Der Sport insgesamt steht vor einem Umbruchsprozess im digitalen Zeitalter, der mitnichten eine Verarmung, sondern eine tiefgreifende Veränderung darstellt. Mit dieser Veränderung müssen wir als organisierter Sport umgehen – der DOSB zeigt mit der Einrichtung einer Arbeitsgruppe eSport, dass es einen offenen Umgang damit geben kann”, sagt Hans Jagnow, Präsident des ESBD.

Jagnow weiter: „Sich digitaler Innovation kompromisslos zu verschließen, ist selten eine gute Idee und ich kann davor nur warnen. Die aktuelle Entwicklung im eSport bietet dem gesamten deutschen Sport große Chancen, den Ansatz von Vereinsarbeit mit digitalen Sportangeboten des eSport zu ergänzen und damit eine junge Zielgruppe mit den Werten des organisierten Breitensports zu erreichen: Toleranz, Respekt, Fairplay und Teamfähigkeit. Der Einstieg von großen Bundesligavereinen, aber auch von Breitensportvereinen in den eSport in den letzten Monaten zeigt, dass auch im Fußball dieses Bewusstsein wächst. Eine künstliche Konkurrenzsituation aufzubauen ist da nur hinderlich. Es geht darum, diesen Prozess gemeinsam zu gestalten und die Synergien durch traditionellen Sport und eSport zu nutzen.“

In einer Sache bestärkt der ESBD aber den DFB-Präsidenten: der Amateursport muss besser in Deutschland aufgestellt werden. Hans Jagnow führt aus: „Wo Herr Grindel politisch für die stärkere Förderung von Breitensport eintritt, hat er meine volle Unterstützung. Neben einer Ausweitung der Förderung müssen auch behördliche Hürden in Vereinsorganisation und ehrenamtlicher Tätigkeit abgebaut werden, z.B. durch mehr digitale Angebote für Vereine. Und zwar für alle Sportarten – auch eSport.“